Students first


23.08.2017 von

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Students first

Die Industrie sucht händeringend nach kreativen und innovativen Köpfen, anstatt konformen Arbeitern, die nach Schema-F Dienstleistungen abarbeiten. Doch was diktiert im Gegensatz unser Bildungssystem? Verschulte Bachelor- und Masterstudiengänge, die den Ablauf stark vorgeben und kaum Freiräume bieten. Gleichzeitig verlangt die junge Generation nach Freiheiten, einer guten Work-Life-Balance und einer besonderen Arbeitsplatzkultur. Wie bringt man also die flexiblen Anforderungen der neuen Digitalisierungswelle mit neuen Talenten in der Softwareentwicklungswelt zusammen? Wir haben hierzu ein Studentenlabor (mit mittlerweile über 30 Studenten) eingeführt, das den Berufseinstieg für heranwachsende Kollegen vereinfacht und sie für den Projektalltag vorbereitet. Sie sollen nicht nur ihr Handwerk lernen, sondern es soll auch ihre Kreativität und ihr Spieltrieb gefördert werden. 

Potenziale ergreifen

Während eines laufenden Projekts ergeben sich, neben den Kernthemen, immer wieder reizvolle Gelegenheiten neue Technologien gemeinsam mit dem Kunden zu evaluieren. Ein offenes Ohr auf dem Gang oder in der Kaffeeküche bringen Digitalisierungstreiber und mögliche Umsetzer schnell zusammen. Die diskutierten Themen führen zu Innovationen, die entweder die Effizienz steigern oder sogar neue Geschäftsfelder für das Unternehmen eröffnen.

Diese Entstehungsprozesse ergeben sich meist spontan, z. B. bei der geplanten Neuausrichtung eines Bereichs oder einer Abteilung. Da dabei die Innovation selbst im Vordergrund steht, bringen die hierbei neu entwickelten Themen auch einen für das Kernteam neuartigen Technologie-Stack mit sich. Der notwendige Bedarf ist relativ kurzfristig und nur für eine befristete Zeit geplant. Zudem besteht ein gewisses Risiko, dass die Idee noch verworfen wird oder sich noch stark verändert. Es handelt sich eben um ein Forschungsthema und nicht um einen konkreten Projektauftrag. Bei einer aktuell starken Teamauslastung mit vollständig eingebundenen Teammitgliedern ist es schwierig, dies zusätzlich zu bewerkstelligen.

Derartige Situationen eignen sich daher hervorragend, Studenten als zukünftige Kollegen schon während ihrer Ausbildung mit unserem Geschäft vertraut zu machen. Dabei werden sie sowohl in ihrer Entwicklung gefördert, als auch mit dem Wertesystem von iteratec vertraut gemacht. Für die erfahrenen Teammitglieder bietet diese Konstellation die Möglichkeit, sich als Betreuer in der Führungskompetenz weiterzuentwickeln und die Förderung der neuen Talente auf Augenhöhe zu übernehmen. Außerdem wird durch die Talentförderung und Teamkoordination Abwechslung zum Projektalltag geschaffen.

Um talentierte Werkstudenten für die Innovationsthemen zu gewinnen, ist die Veröffentlichung von projektspezifischen Stellenausschreibungen keine Erfolgsgarantie. Die Erfahrung zeigt, dass bereits die Auflistung der wünschenswerten, jedoch nicht zwingend erforderlichen, technologischen Kenntnisse eine abschreckende Wirkung bei Studienanfängern hat. Seit der Bologna-Reform bleibt kaum Zeit und Motivation für das Selbststudium, zumindest außerhalb einer bezahlten Arbeitsstelle. Es fehlt daher oft an Praxiserfahrung, um direkt zusammen loslegen zu können. Zusätzlich ist der Arbeitsmarkt, besonders aus Sicht eines mittelständischen Unternehmens, hart umkämpft. 

Um diesem Zustand entgegenzutreten und Studenten die Möglichkeit zu geben, Praxiserfahrung sammeln zu können, aber auch die Bearbeitung von Innovations- und Forschungsthemen innerhalb des Unternehmens zu ermöglichen wurde bei iteratec das Studentenlabor ins Leben gerufen. Im SLab sollen diese beiden Gesichtspunkte in einer positiven Arbeitsatmosphäre verbunden und dadurch eine Ausbildungssituation geschaffen werden, die Spaß macht und dabei die Entwicklung der Studenten aber auch der Firma fördert.

Das Studentenlabor

Unsere Vision vom SLab ist es, den Berufseinstieg für heranwachsende Kollegen zu vereinfachen und sie für den Projektalltag vorzubereiten. Sie sollen nicht nur Ihr Handwerk lernen, sondern es soll auch Ihre Kreativität und Ihr Spieltrieb gefördert werden. So sind sie bereit, mit uns gemeinsam die Chancen für innovative Themen direkt zu ergreifen. Dies erreichen wir durch einen großen Pool an jungen Talenten, die sich stets gegenseitig unterstützen, ausbilden und herausfordern, sich weiterzuentwickeln.

Besonders Studenten aus unteren Semestern können sich zwar für die Entwicklung begeistern, haben jedoch – selbstverständlich - kaum praktische Erfahrungen. Neben dem Projekteinsatz beim Kunden bearbeiten wir vielfältige interne und innovative Themen und achten darauf, dass die eingesetzten Technologien sich ähneln. D.h. wer den Technologie-Stack eines Projekts beherrscht, dem fällt es nicht schwer, sein Wissen für ein neues Thema anzuwenden. Ein weiterer Vorteil ist, dass sich die Studenten auf diese Weise leicht untereinander helfen können. Das Projektsetup ist teils automatisiert, sodass hier schnell gestartet werden kann.

Ein neuer Werkstudent bekommt, seinem Kenntnisstand entsprechend, ein Projekt aus einer Innovationsliste. Die Projektteams bestehen in der Regel aus einem festangestellten Kollegen mit gewisser Berufserfahrung und einem oder mehreren Studenten. Die Ideen zielen darauf ab, interne Abläufe effizienter zu gestalten oder den Wissensaustausch zwischen den Bereichen zu verbessern, wobei auch der Spaß am Ausprobieren nicht vernachlässigt wird. Zusätzlich nutzen wir die Kapazitäten, um Technologiestudien durchzuführen und Vorgehensweisen auszuprobieren. Hinter jeder Aufgabe verbirgt sich ein Mehrwert. So sind die Kollegen auch motiviert, das Thema selbstbestimmt und eigenverantwortlich voranzutreiben. 

Innovation von KI bis IoT

Die Projektthemen im SLab sind vielfältig und reichen von internen Innovationsthemen über Bachelor- oder Masterarbeiten bis hin zu eigenen kreativen Themenvorschlägen der Studenten.

Das erste interne Projekt war die Entwicklung einer internen Kommunikationsplattform, eine Mischung aus Stack-Overflow, einem Forum und Facebook. Weitere erfolgreich bearbeitete Themen waren eine Skill-Knowledge-Plattform und eine Veranstaltungs-App. Bei allen drei Projekten haben wir agile Vorgehensweisen und Gamification-Ansätze ausprobiert. Gleichzeitig konnten wir viel über DevOps und die Überwachung von Systemen lernen.

Kundenprojekte können zum einen jederzeit spontan und kurzfristig unterstützt werden, sei es mit kleinen Apps, Prototypen oder effizienzsteigerndem Tooling. Der ein oder andere, insofern er sich dies zutraut, hat schon mehrere Monate direkt in einem Kundenprojekt mitgearbeitet.  Solche Einsätze ermöglichen es den Studenten, Erfahrungen außerhalb der SLab-Umgebung zu sammeln, teilweise sogar vor Ort beim Kunden.

Erfahrungen

Neben vielen spannenden Projekten und einigen Aha-Effekten hat sich das Konzept durchweg als erfolgreich herausgestellt. Wir arbeiten kontinuierlich daran, unsere Vorgehensweisen, aber auch uns selbst zu verbessern. Dafür haben wir unter anderem zwei Termine die Woche, bei dem die studentischen Kollegen erzählen, an welchen Themen sie arbeiten und welche Probleme ihnen derzeit im Weg stehen. Auch persönliche Betreuungsgespräche und Retrospektiven helfen uns die Entwicklung der Studenten besser begleiten zu können.

Zwar nicht unerwartet, aber dennoch erfreulich ist die große Hilfsbereitschaft unter den Studenten. Es hat sich herausgestellt, dass die Hürde einen Gleichgesinnten zu fragen, niedriger ist, als einen Betreuer zu kontaktieren. Dies gilt besonders in der Einarbeitungsphase, da am Anfang meist viele neue unbekannte Technologien zu erforschen gelten. Hier hat sich herausgestellt, dass wer kaum praktische Erfahrung hat, mehr davon profitiert in „Vollzeit“ in den Semesterferien einzusteigen, als die Hürde an eins bis zwei Tagen die Woche zu meistern.

Durch den Pooling-Ansatz und vielen Ideen in der Pipeline, konnten wir zudem auch erfolgreich Vollzeit-Praktika integrieren. Durch die bis zu sechs Monate andauernden Praxissemester können auch größere Themen durch Studenten bearbeitet werden. Die Praktikanten erhalten dabei Einblicke in mehrere Projektbereiche und Arbeitsweisen. Dies ist beim gezielten Projekteinsatz und kurzfristigen Innovationsprojekten nicht so leicht zu ermöglichen, da hierfür oft keine voll betreute Stelle vorgesehen ist.

Ansonsten sind zwischenmenschliche Kommunikation und Teambuilding-Maßnahmen wie Teamevents genauso wichtig wie in den Kundenprojektteams.

Ausblick

Basierend auf dem Feedback und Beobachtungen haben wir angefangen, unser internes Schulungsangebot mit speziellen Trainings für Studenten zu erweitern. Wiederkehrende Problemstellungen können so gezielt gemeinsam gelöst werden und müssen nicht jedes Mal aufs Neue individuell bearbeitet werden.

Es hat sich außerdem gezeigt, dass der vorwiegende Austausch der Studenten untereinander dazu führt, dass Feedback von erfahrenen Entwicklern fehlt. Deshalb binden wir weitere Kollegen ein, die ein technisches Review der Arbeiten vornehmen, ohne Teil des Projekts zu sein. Das Feedback hilft den Studenten ungemein und gleichzeitig erhalten die Reviewer einen zusätzlichen Einblick in neue Technologien und Vorgehensweisen und senken dabei die Hürde für weiteren Austausch bei anderen Themen.

Neben vielen internen Projekten haben wir uns in der letzten Zeit auch vermehrt der Unterstützung von anderen regionalen Firmen gewidmet. Die Unterstützung ist hier vielfältig. Sie reicht von der Umsetzung eines MVP für ein Start-Up, der Realisierung einer Cross-Plattform App, um einer Partnerfirma den Marktzugang zu erleichtern und die Unterstützung von Festivals. Neuerdings unterstützen wir auch Projekte aus dem sozialen Sektor. Die Kombination aus studentischem Team und erfahrenem Betreuer bietet ein großes Potenzial und soll das Engagement in diesem Bereich weiter intensivieren.

Fazit

Auch nach bald zwei Jahren macht es immer noch sehr viel Spaß mit motivierten und eifrigen angehenden Entwicklern zusammenzuarbeiten. Wir können stetig Effizienz und Wissensaustausch in der Firma verbessern und in innovativen Bereichen forschen. Gleichzeitig haben wir einen Pool an jungen Talenten, die stets kurzfristig zur Verfügung stehen um Digitalisierungsideen für den Kunden oder für unser eigenes Geschäft umzusetzen. 

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